Spielzeug der 50er Jahre

Kinderpost mit originalem Brief: "LIEBE MUTTI ICH WÜNCHE DIER ALLESS  WALTRAUT"
Kinder-Kaufladen "Kaufhaus"
Eine wahre Schatzkiste mit einer Auswahl von in den 50er und 60er Jahren in Kaugummiautomaten und Wundertüten zu findenden "Kostbarkeiten".
Hier dient ein Schuhkarton zur Aufbewahrung von allerlei Schnickschnack.
Puzzlefiguren zum auseinandernehmen und (sofern man es denn geschafft hat) wieder zusammenbauen.
Spielfiguren aus Plastik gab es in allen erdenklichen Farben, Formen und Größen. Die vorderen Figuren auf obigem Bild beispielsweise sind nicht einmal 3 cm hoch und nur etwas für kleine Kinderhände.
Ein Spielzeug-Klassiker: Die "Kuss-Puppen" ("Kissing Dolls") der Firma Magneto. Die beiden "Kussmünder" werden durch gegenpolige Magnete angezogen, wenn sich die Figuren einander nähern.

Zwei von ungezählten Tischfußballspielen, die sich in den 50er-70er Jahren ausgesprochen großer Beliebtheit erfreuten: „KICK-TOR mit dem Blitztormann“ und „Combi-Match“ von AGES Spiele. Die „Spieler“ sind an einer Feder befestigt. „Soll nun der Ball abgeschossen werden, so wird die Spielerfigur mit der Zeigefinger rück- oder seitwärts geneigt, wodurch sich die Feder spannt und der Ball sich automatisch in Schußrichtung legt. Beim schnellen Loslassen der Figur schnellt diese in ihre normale senkrechte Stellung zurück und stößt dabei den Ball ab. Je nach Stärke der Spannung wird die Schußstärke ausfallen.“ Maße der Schachtel: 52 x 35 x 6 cm

Der Klassiker: TIPP-KICK. Das von Carl Meyer erfundene Spiel, bei dem die Spielfigur auf Knopfdruck einen Ball schießt, wurde von Edwin Mieg weiterentwickelt und ab 1924 im Handel angeboten.
Ein Tipp-Kick-Spiel zu Fredis 6. Geburtstag (1959)
Tipp-Kick in Aktion (1957)
Stilecht mit Trillerpfeife

Ein Würfelpuzzle / Bilderbaukasten als aussagekräftiges Zeitzeugnis: Kinder spielen, wohl zu Beginn der 50er Jahre, „Wiederaufbau“ vor einer Silhouette realer Baustellen. Und die Bescherung unter dem Weihnachtsbaum fällt auch nicht mehr so kärglich aus wie noch in den unmittelbaren Nachkriegsjahren.

Typische 50er-Jahre-Handarbeit: Selbst zusammengenähte Tiere aus Wachstuch. Im „Ratgeber für Haushalt und Familie – Die Monatshefte für gute Haushaltsführung“ aus dem Jahr 1958 findet sich eine Bastelanleitung für Spielgerät dieser Art: „Für unsere Kleinen sind Wachstuchtiere ein hübsches und besonders praktisches Spielzeug. Man verwendet kleingemustertes nähbares Wachstuch.“

Dass das Herstellen von Objekten im do-it-yourself-Verfahren nicht ganz einfach zu sein scheint, belegt diese Schachtel mit jeder Menge Material für „Wachstucharbeiten“: Sie beinhaltet zwar diverse angefangene Bastelarbeiten, aber nichts wirklich Vorzeigbares. – Auch auf dem wunderschön illustrierten Cover des Kinderbuches „Kunterbunt die Welt ist rund“ (1957) ist ein Wachstuchtier zu sehen.

Mehrfach erwähne ich auf meinen Seiten, dass für mich unbespieltes Spielzeug im Grunde seinen Daseinszweck verfehlt hat. Diesem hier war ein solches Schicksal ganz offensichtlich nicht beschieden … Ich bedanke mich für das aussagekräftige Stück bei Jochen, der sich zudem an Folgendes erinnert: „Der gusseiserne Trecker stammt aus den frühen 50er Jahren. Mein Freund hatte auch so einen mit einem Blechanhänger dran und wir spielten damit oft und gerne im Sand. Später habe ich den Trecker meinem Neffen vermacht, der irgendwann aus beruflichen Gründen in die USA ging und ihn sogar dorthin mitnahm. Vor ein paar Jahren hat er ihn beim Aufräumen wiederentdeckt und mich gefragt, ob ich ihn zurückhaben möchte. So kam er dann als Luftfracht (Gewicht immerhin ca. 2,5 kg!) wieder in seine alte Heimat zurück.“

"Der magische Roboter", ein hübsch ausgestattetes und weit verbreitetes Frage- und Antwortspiel der 50er Jahre.
Weihnachten 1960 unter anderem auf dem Gabentisch: Ein "Bertelsmann Hausatlas" und das Gesellschaftsspiel "Der magische Roboter"

Geschicklichkeitsspiele / Geduldsspiele. Hatten (haben) die eigentlich einen speziellen Namen? Freue mich über Vorschläge! Auf jeden Fall eine Art „Gameboy“ der 50er und 60er Jahre. Auf der Rückseite mit Spiegel oder, falls ein Werbegeschenk, mit Aufdruck der entsprechenden Firma. Ohne jegliche Technik und mit geringstem Aufwand konnte man sich mit so etwas mitunter stundenlang beschäftigen. Das soll jetzt aber keine Wertung darstellen, dass das eine besser wäre als das andere. Jede Zeit hat eben ihr eigenes Spielzeug.

Anm.: Obiger Text stammt aus dem Jahr 2010. Mittlerweile (2026) ist auch der Gameboy schon wieder Schnee von gestern. Tempus fugit!

Immer wenn in meiner Kindheit neue Schuhe fällig waren, hoffte ich, dass die Wahl meiner Mutter auf eine ganz bestimmte Marke fallen möge, weil auf deren Schuhkartons Häuserteile aufgedruckt waren, die man ausschneiden und zusammenkleben konnte. Leider habe ich bis heute noch keinen solchen Karton auftreiben können: Dafür aber einen, der nach dem gleichen Prinzip konzipiert ist, nämlich, dass er einen zusätzlichen Spielspaß verspricht. Im „Guckkasten“ von Romika können Figuren ausgeschnitten und in den Karton geklebt werden, sodass ein hübsch anzuschauendes „Wild-West“-Panorama entsteht, welches beim Blick durch das „Guckloch“ einen plastischen Eindruck erweckt. Erst habe ich mich ziemlich gewundert, warum der tolle Bastelbogen mit Cowboys und Indianern noch unberührt ist. Doch des Rätsels Lösung ist simpel: Im Karton befanden sich Mädchenschuhe.