Kirmes-Spielzeug, Spielzeug vom Rummelplatz, Plastikspielzeug

Spielzeug von Steiff, Schildkröt und Co wurde allein schon wegen seines hohen Anschaffungspreises nicht einfach entsorgt, wenn die bespielenden Kinder dem entsprechenden Alter entwachsen waren und ist deshalb auch heute noch recht häufig anzutreffen. Zu den „wahren“ Raritäten unserer Tage zählt daher für mich das häufig aus Plastik hergestellte so genannte „Kirmesspielzeug“ der 50er, 60er und auch 70er Jahre, das in der Regel (oft sicherlich zurecht) ziemlich schnell den Weg in die Mülltonnen fand und, gemessen an seinem damaligen hohen Verbreitungsgrad, heute nurmehr unverhältnismäßig selten zu finden ist.

Wohl eines der am weitesten verbreiteten Spielzeuge überhaupt, ich glaube sogar, so etwas wird immer noch hergestellt – und habe trotzdem nicht die geringste Ahnung, wie es heißt. Ballfangbecher? Ballfangspiel? Knipsbecher kam mir in den Sinn, aber meine bevorzugte Suchmaschine kannte diesen Begriff gar nicht… Ich erhebe also hiermit das Urheberrecht darauf;-) – „Das gute Fernglas mit verstellbarer Optik für Reise, Theater, Sport und Strand“

"Plastic Camera Viewer", "with 10 Pictures", "Made in Hong Kong", Maße der Schachtel: 5 x 3,5 x 2,3 cm

„Kirmespuppen“ waren in den 50er und 60er Jahren allgegenwärtig auf „gemachten Betten“ oder Sofas.

"Das Original Cowboy-Messer" mit stilechtem Griff in Perlmutt-Optik und – etwas weniger stilecht – einer Abbildung des Stuttgarter Fernsehturms... Maße der Pappe: 31 x 25,5 cm (60er Jahre)
"Mein Wunschtraum", 33,5 x 24 cm

Über die sicherlich damals wie heute vorhandenen Gefahren, die von Spielzeugpistolen, – gewehren oder -messern ausgehen, wurde schon so viel geschrieben, dass an dieser Stelle darauf verzichtet werden soll. Während einem aber heute bei der Wortverbindung „Jugendliche/Messer“ unweigerlich Szenen wie Bedrohung, Handyraub oder ähnliche in den Sinn kommen, dachte man früher in diesem Zusammenhang wohl eher an „Schiffchen aus Baumrinde schnitzen“ oder andere Basteleien. Und in Bezug auf Gewehre an „Bonanza-spielen“. Ich möchte nun aber bestimmt nicht in dieses ewige „früher war alles besser“ (war es sicherlich nicht!) einfallen, sondern einfach nur typische (Kirmes-)Spielzeuge dokumentieren, die in den 50er und 60er Jahren wohl fast jeder Junge irgendwann einmal besessen hat.

Anm.: Diesen Text hatte ich um 2010 geschrieben. Mittlerweile hat sich ja leider herausgestellt, dass das alles wohl auch damals nicht ganz so harmlos war, sondern bisweilen großen Einfluss auf die weitere Entwicklung der Jugendlichen hatte. Beispielsweise ist aus dem seinerzeit Schiffchen schnitzenden Jungen Uwe inzwischen der gefährliche „Messerstecher Uwe“ geworden.

Knallkorkengewehr (Stöpselgewehr), 60er Jahre. Ich bin nahezu sicher, dass wohl fast jeder, der ein solches Spielzeuggewehr als Kind besessen und es seitdem nicht mehr in der Hand gehalten hat, ziemlich daneben liegen würde, sollte er heute die Maße schätzen. Was einem damals so stattlich vorkam, misst gerade einmal eine Länge von 53 cm.