Altes Spielzeug der 50er und 60er Jahre

Baufix, ein weit verbreitetes Konstruktionsspiel mit zusammenschraubbaren Holzelementen – hier in einem von Kinderhand „aufgehübschten“ Karton mit typischen Altersspuren. Die Bauelemente waren seinerzeit so bekannt, dass sie 1962 in einer „Sanostol“- Werbung Verwendung fanden: ein Kran aus Baufix „ganz ohne Vatis Hilfe“.

Baufix, ganz früher Karton "Nr.0"
1954

„Ingenieur Korbuly’s Matador“, ein Konstruktionsbaukasten mit Holzelementen, der auch in der Deutschland, vor allem aber in Österreich verbreitet war.

"Echt japanisches Kinder-Tee-Service, DM 2,75.-"

Bei einer meiner Spielzeugausstellungen dekorierte ich die Wände des Museums mit Abbildungen der Spielzeugseiten alter Versandhauskataloge. Beim Anblick des Quelle-Kataloges aus dem Jahr 1961 erinnerte sich eine Besucherin, das dort angebotene Spiel-Teeservice in ihrer Kindheit besessen zu haben. Sie entdeckte es auf dem Dachboden wieder und fand, dass es in meiner Sammlung gut aufgehoben wäre:-)  Ganz herzlichen Dank dafür an Heike!

Unverfälschter Speicherfund: Inhalt einer Spielzeugkiste aus den 60ern mit einem Querschnitt typischen Jungen- und Mädchenspielzeugs von Tomahawk und Friedenspfeife über Sandkastensieb bis hin zum Spielgeschirr. Utensilien zum „Cowboy-und-Indianer-Spielen“ waren eigentlich für jeden Jungen ein Muss.

Cowboy und Indianer

"Zwischenfall in Texas" - Seite aus einem Spielzeugkatalog
Indianerhäuptling in Lederhose (1963)
Das Versteck im Indianerzelt wird aufgedeckt (1968)
Spielspaß am Strand (1970)

„Bonanza“, Brettspiel. Ich gehe jede Wette ein, dass jeder, wirklich jeder, der die Serie als Kind gesehen hat, nun spontan die Titelmelodie im Ohr hat. Und, wie ich selbst beim Gestalten dieser Seite, längere Zeit nicht mehr loswird. – WINNETOU, „Das große Kampfspiel für alle Freunde des Wilden Westens“, Brettspiel

Vitrinen zum Thema "Cowboy und Indianer" im Rahmen meiner Ausstellung "Im Kinderzimmer wird's orange!"

Die Cartwrights, die Helden meiner Kindheit, als Spielfiguren mit beweglichen Gelenken. Höhe jeweils ca. 22 cm (mit Hut;-) Statt Adam, der irgendwann ausgestiegen ist, um „seriöse“ Rollen zu spielen, ist als vierte Figur „Will“ dabei, ein Neffe von Ben Cartwright, der eigentlich Adam ersetzten sollte, es mangels entsprechender Publikumsresonanz aber nur auf fünf Bonanza-Folgen insgesamt brachte. Darum ist er hier auch nicht zu sehen. – Drumherum gibt es jede Menge Zubehör, von der Pferdetränke bis hin zum Essgeschirr. Zudem kann der Pferdewagen zum Planwagen umfunktioniert werden. – Vitrine im Rahmen meiner Ausstellung „Im Kinderzimmer wird’s orange!“

Kaufhaus Althoff, Spielzeugkatalog
Zubehör für's Cowboy- und Indianerspiel im Katalog des Versandhaus Quelle (1969)
"Aus Winnetous Reich" - Seite aus einem Spielzeugkatalog
Das forsche Rotkäppchen ist dem Cowboy offensichtlich nicht ganz geheuer... (1966)
Vom Rosenmontagsumzug erschöpfter Cowboy (1966)

Ein VW-Käfer der „ADAC Strassenwacht“ als Fernlenkauto / Spielzeugauto mit Kabelfernlenkung. „Ferngesteuert“ bedeutete in den 1960er Jahren etwas ganz anderes als heute: Die Übertragung der Fahrbefehle erfolgte nicht etwa über Funk, sondern über einen mit Plastik ummantelten Draht („Kabelfernsteuerung“), mit dem man das Auto lenken und vorwärts/ rückwärts fahren lassen konnte. Die Kabel waren meist so kurz, dass man sich selbst als Kind ein wenig bücken (und hinterherlaufen) musste und es derart auf Dauer eine recht anstrengende Angelegenheit war. Nichtsdestotrotz hat das Ganze großen Spaß gemacht (bis die Batterien leer waren) und war etwas ganz Besonderes!

Bei diesem schicken Mercedes 300 SL des japanischen Herstellers Bandai lassen sich, zusätzlich zu den üblichen Fahrfunktionen, auch noch die Flügeltüren per Kabelfernbedienung öffnen und schließen! Länge ca. 22 cm

Ziemlich abartig finde ich, dass keine zwei Jahrzehnte nach Ende des Zweiten Weltkriegs Waffen derart verniedlicht wurden, wie auf der Deckelillustration des „Gigant“ Panzers der Firma GAMA. Obwohl die Beschriftung der Schachtel darauf hindeutet, dass dieses unschöne Teil insbesondere für den Export produziert wurde, belegt sein gelegentliches Auftauchen bei Internetauktionen oder auf Trödelmärkten, dass es wohl auch hierzulande Eltern gegeben haben muss, die ein Spielzeug gekauft haben, das per Rückzugsfeder kleine Stahlkugeln abfeuert und dessen ratternde Maschinengewehre Funken versprühen. – Eigentlich unfassbar.