Puppenhäuser – ein Spiegel deutscher Wohnkultur

Ein eigenes Häuschen – und sei es noch so klein: Der Traum von den eigenen vier Wänden wurde in den 1950er Jahren für immer mehr Bundesbürger zum erstrebenswerten und durch staatliche Zuschüsse und steigende Einkommen im „Wirtschaftswunder“ auch immer häufiger realisierbaren Ziel.

Diese Seite ist noch im Aufbau (WordPress – Learning by Doing;-) Die komplette Sammlung ist meinem Puppenhausmuseum zu sehen.)

Puppenhäuser sind aussagekräftige Zeitzeugnisse

"Ein eigenes Haus – für jeden erreichbar."

Schon seit jeher stellt der Mikrokosmos der Puppenstubenwelt ein Spiegelbild der jeweiligen zeittypischen Wohnkultur dar und besitzt eine hohe Aussagekraft bezüglich des Alltagslebens der Menschen. Wie ähnlich die Produkte der Spielzeughersteller ihren realen Vorbildern in den 50er Jahren waren, dokumentieren an dieser Stelle die Fotos auf „Gärtner Pötschkes Siedlerbuch“, die zeitgenössische Broschüre einer Bausparkasse sowie ein Titelbild der Zeitschrift „Der Stern“ im direkten Vergleich mit ihren spielgerechten Abbildern.

Ratgeber: "Wie bauen? 52 zeitgemäße Eigenheime"
Maße: 40 x 27 x 44 cm
Kleinsthaus–? Ja! aber so? (1951)
...bauen wir uns ein "Nest!!" (1951)
Ein eigenes Dach über dem Kopf (1951)
Glücklich im neu erbauten Eigenheim (plus Gemüsegarten), Privatfoto um 1956
Alle unter einem Schirm, Privatfoto um 1958

Mit der Zeit wuchsen die Einkommen und damit die Ansprüche. Und genau so wie im Großen wurde auch im Kleinen dieses Puppenhaus mit einem Anbau versehen, um dem gestiegenen Platzbedarf gerecht zu werden. Maße: 83 x 37 x 44 cm.

Ein Alptraum für puristische Spielzeugsammler, eine Fundgrube für stilkundlich und zeitgeschichtlich Interessierte: Noch einmal das gleiche Grundmodell wie darüber – diesmal in den 1970er Jahren renoviert im Stil der Zeit mit neuem Außenanstrich, Teppichboden, Rauhfasertapete und DC-Fix Klebefolie – halt wie im richtigen Leben…

Wege zum Eigenheim (1958)
Schöner wohnen im eigenen Haus (um 1955)
Vom "Siedlungshaus" zum Bungalow: Dieses Puppenhaus besitzt viele zeittypische Stilmerkmale des darunter zu sehenden "schönen Haus", das auf dem Titel eines Bausparkassenprospektes um 1960 zu entdecken ist. (Hersteller: Albin Schönherr, Maße 69 x 43,5 x 43 cm)
Beamtenheimstättenwerk - Gemeinnützige Bausparkasse für den öffentlichen Dienst: "Baudarlehen für alle die im öffentlichen Dienst stehen", Blechschild, 74 x 52 cm

Ein weiteres (von unzähligen) anschaulichen Beispielen, wie Puppenstuben die realen Wohn-Entwicklungen widerspiegeln: Von der Küche samt voluminösen Schrank  im „Gelsenkirchener Barock“ der Nachkriegszeit bis hin zur modernen“Schwedenküche“ der 60er Jahre inklusive Küchenmaschine und Neonröhren-Beleuchtung.

Bei allem Realitätsbezug sollte nie vergessen werden, dass es sich bei Puppenstuben und Puppenhäusern in erster Linie um Kinderspielzeuge handelt! Auch (und gerade) Kindheitserinnerungen besitzen daher eine hohe Aussagekraft bezüglich des jeweiligen Zeitgeistes und sind – wie auf meinen Seiten praktiziert – sicherlich bewahrenswert. 

Privatfoto (1963)