Puppenhäuser der Firma Moritz Gottschalk

Riesiges Puppenhaus der Firma Moritz Gottschalk Holzspielwarenfabrik aus Marienberg / Erzgebirge (DDR), 1960, Maße 91 x 52 x 49 cm

Mehrere Generationen wohnen unter einem Dach – in den 50er und frühen 60er Jahren noch eher Regel denn Ausnahme.

Als ich das Haus bekommen habe, war es leider leer – die Einrichtung samt Bewohnern wurde daher von mir zusammengestellt und arrangiert. Einziges Überbleibsel der ursprünglichen Bestückung war die auf obigem Bild zu sehende, etwas überdimensionierte Toilettenpapierrolle, die sich in einem unter der Treppe befindlichen Kämmerlein versteckt hatte. Obwohl sich der kleine Raum (der die Liebe des Herstellers zum Detail dokumentiert) als Besenkammer geradezu anbietet, habe ich ihn natürlich seiner durch Kinderspiel bestimmten Rolle entsprechend eingerichtet und ein „Klo“ herein gestellt.

Meiner vierjährigen Lieblingsnichte, zu deren absoluten Lieblingsspielzeugen dieses Puppenhaus gehört, war die von mir arrangierte Einrichtung scheinbar zu langweilig. Sie veranstaltete lieber eine Party auf der Dachterrasse, zu der auch Bewohner der benachbarten Puppenhäuser eingeladen wurden. Für die ganz Kleinen war da aber offenbar schon „Bettzeit“.

Eine gänzlich andere Sicht der Dinge hatte die Stuttgarter Photokünstlerin Sabine Bloch, die diese Küche als Location für ein Bild ihres Kunstprojektes „NahrungsAufnahmen“ auswählte. Die vollständige Bilderserie, komplett entstanden in Puppenstuben und -häusern des virtuellen Puppenhausmuseums, ist auf Sabines Homepage zu sehen.

Puppenhaus mit mediterranem Flair. Hersteller: Moritz Gottschalk, 1955/60, Maße 66 x 36 x 41 cm

Puppenhaus mit Garage, Moritz Gottschalk, um 1957

Ein platzsparendes Puppenhaus des Herstellers Moritz Gottschalk mit hochklappbarem Garten. Die vordere Hecke rastet nach dem Zusammenklappen im Gestänge der Markise ein. Maße ausgeklappt: 50 x 63 x 21 cm. – Das Puppenhaus war einmal ein Kauf für Selbstabholer in Berlin. Ich werde die Abholung sicherlich niemals vergessen, da ich das Haus unverpackt mit der U-Bahn durch die halbe Stadt transportiert habe. Niemals zuvor habe ich solch viele heitere, ja sogar strahlende, vorwiegend weibliche Gesichter entdecken können, die in meine Richtung geschaut haben. Seitdem habe ich immer ein Puppenhaus dabei, wenn ich öffentliche Verkehrsmittel nutze;-)

Puppenhaus, Moritz Gottschalk, DDR, um 1960. Rechts fehlt eine rote Wendeltreppe aus Kunststoff – was aber nicht weiter auffiel, als das Haus in der ARD-Kindernachrichtensendung „neuneinhalb“ von „echten“ Schauspielern bewohnt wurde.  – Das Architekturmagazin „Louis – Licht Leben Architektur“ illustrierte mit dem Puppenhaus einen Artikel über 50er-Jahre-Architektur. Ich habe mich sehr gefreut, dass auch einmal außerhalb von Sammlerzeitschriften Interesse an Puppenhäusern besteht!

Riesiger Bungalow, Firma Moritz Gottschalk, DDR, um 1960, Maße: 109,5 x 45,5 x 40 cm

Puppenhaus um 1960, Moritz Gottschalk, DDR, Maße: 78 x 43 x 41 cm. – Privatfoto um 1960 (© Sammlung DiePuppenstubensammlerin)

Puppenhaus-Bungalow, um 1960, Hersteller: Moritz Gottschalk, DDR, Maße: 83 x 45 x 30 cm. – Es handelt sich übrigens um das Original aus dem Katalog „Traumwelten der 50er Jahre“, der seinerzeit Initialzündung für meine Sammelleidenschaft auf diesem Gebiet war.

Moritz Gottschalk, DDR, 60er Jahre, Maße: 74 x 40 x 44 cm
Puppenhaus, Moritz Gottschalk, Maße: 58 x 33 x 35 cm

Puppenhaus, Hersteller: Moritz Gottschalk, 1966, mit originaler Einrichtung.

„Modernes Puppenhaus, mit vier Räumen, in Holz und Hartfaserplatten, lackiert und in Rauputz gestrichen, mit Tapeten, Fußboden und Gardinen ausgestattet, dekoriert mit Steingartenbeet“ (Auszug aus einem zeitgenössischen Anzeigentext in der Fachzeitschrift „Das Spielzeug“). Maße: 85 x 46 x 48 cm

Puppenhaus, Hersteller: Moritz Gottschalk, nach 1960, Maße: 81 x 45 x 43 cm, Ausstattung weitestgehend original, diverse ARI-Püppchen wurden von mir hinzugefügt

Nettes Detail: Eine selbst zusammengelötete Fernsehantenne. Zur Erklärung für jüngere Besucher meiner Seiten: Solche Fernsehantennen waren bis in die 1980er Jahre hinein zwingend erforderlich, um Fernsehprogramme empfangen zu können und daher auf nahezu jedem Hausdach zu entdecken.